Abmahn-Wellen umschiffen – richtige Lieferzeitangaben sind Pflicht

Als Shopbetreiber fühlt man sich so manches Mal wie ein Kapitän, der mit seinem Kutter gefährliche Strömungen und felsige Klippen umschiffen muss. Viele Schiffsführer werden dann von zerschmetternden Abmahn-Wellen getroffen, die es schwer machen, die Segel erneut zu hissen.

Die Gefahren der See stehen natürlich sinnbildlich für rechtliche Fallstricke bei Lieferzeitangaben, Versand- und Zahlungsmodalitäten oder der Widerrufsbelehrung. Was soll, was kann, was muss? Oft lässt die Rechtsprechung Eindeutigkeiten vermissen. Die E-Commerce-Rechtsexperten von „Trusted Shops“ haben einige wichtige Tipps zum Thema „Lieferzeiten“ zusammengestellt, die wir kurz und knapp für Sie zusammenfassen.

Darauf sollten Sie bei Lieferzeitangaben achten

Konkreter Liefertermin

  • der Shopbetreiber muss (vor der Abgabe der Bestellung) darüber informieren, wann er die Ware liefert bzw. die Dienstleistung erbringt
  • Lieferzeitangaben müssen in jedem Fall gemacht werden
  • aber: ein konkreter Termin in Form eines Lieferdatums ist nicht nötig, ausreichend ist die Angabe eines Zeitraums zum Beispiel in Tagen

 Fallstricke Lieferzeitangaben

  • Relativierung der Formulierungen sind besser zu vermeiden bzw. ausdrücklich unzulässig
  • Beispiele: Angaben, wann die Ware verfügbar/versandfertig ist; Lieferzeit auf Anfrage; Lieferzeiten sind unverbindlich/Richtwert/in der Regel/voraussichtlich
  • die Postlaufzeit darf nicht ausgeklammert werden, zählt also in die Lieferfrist mit rein, diese ist erst mit dem Erhalt der Ware beim Kunden abgeschlossen
  • mögliche Relativierungen: ca.-Angaben; Zeitspanne

TIPP: Am besten ist es, auf jegliche Relativierungen zu verzichten, da die Gefahr von rechtlichen Auseinandersetzungen einfach zu groß ist. Des Weiteren sollten sich die Shopbetreiber in ihren Angaben auf Tage, nicht auf Werktage beziehen.

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