Amazon strickt sich Marktplatz für Selbstgemachtes

Selbstmach-Plattformen wie Etsy und DaWanda könnten ihre angebotenen Produkte wie Wollpullover und Stricksocken demnächst selber gebrauchen. Die beiden Marktplätze sollten sich nämlich warm anziehen, denn mit „Handmade at Amazon“ steigt der Verkaufsriese aus Seattle in die D.I.Y-Branche ein. Bereits seit dem Frühjahr wurde in der Szene über diesen Schritt getuschelt, der nun zumindest auf der Amazon.com-Plattform auch vollzogen wurde.

Für den Anfang sind die Produkte in sieben Kategorien (Schmuck, Dekoration, Kunsthandwerk, Papierwaren und Partyzubehör, Küche und Speisen, Möbel, Bezüge und Decken) zu finden. Begeistert man sich für die Erzeugnisse, so erfährt man auf den entsprechenden Artikelseiten auch einiges über den Künstler, der sie geschaffen hat. Die Verkäufer werden mit einem Foto vorgestellt und ein kleines Symbol zeigt, aus welchem Land sie stammen.

Mehr Reichweite für Selbermacher

Dies gibt dem sonst so nüchternen Marktplatz die persönliche Note, die Kunden von Handmade-Produkten wohl erwarten. Insgesamt sollen 80 000 Produkte von 5 000 Händlern aus 60 Ländern angeboten werden. Die Verkäufer zahlen im Übrigen keine Einstellgebühren an Amazon. Gut bezahlen lässt sich Amazon seinen neuen Service aber trotzdem. Satte 12 % des Verkaufspreises gehen an den Verkaufsriesen. Konkurrent Etsy knöpft seinen Künstlern 20 Cent pro gelistetem Artikel und 3,5 % des Verkaufspreises ab.

Etsy ist seit nunmehr zehn Jahren erfolgreich im D.I.Y-Geschäft tätig und verfügt über einige Erfahrung in dieser Branche. Doch „Handmade at Amazon“ trumpft natürlich mit der enormen Reichweite des Riesen auf. Vielleicht ist es genau diese Kombination aus beiden Plattformen, die Künstlern die nötigen Aufträge und Umsätze einbringen kann. Wann und ob „Handmade at Amazon“ auch in den anderen Kanälen des Onlinehändlers zu finden sein wird, ist nicht bekannt.

Tags: Amazon

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.